Wir arbeiten weiter an Fragen der "Szene"

Dem klassischen psychoanalytischen Setting geht es mit seiner Fokussierung auf das Sprechen und Hören vor allem um eine Reduktion des Imaginären und eine Eingrenzung des Agierens. Der Trieb wird genötigt, sich durch das Nadelöhr des Signifikanten Ausdruck zu verschaffen, Material zu erzeugen, das der psychoanalytischen Untersuchung eignet.

In unseren Praxen an den Schnittstellen sozialer, pädagogischer und therapeutischer Arbeitsfelder geht das nicht auf. Sie stehen der Kinderanalyse nahe, die sich schon immer anderer Ausdruckformen und Settings mit Einbezug des sozialen Umfeldes bedienen und zugleich einen Schutzrahmen für das Kind kreieren musste. Damit hat sie sich als besonders fruchtbar und inspirierend für die psychoanalytische Forschung erwiesen. Wie ist in unseren jeweiligen Arbeitsfeldern psychoanalytisches Arbeiten und forschendes Weiterentwickeln möglich?

Die Struktur dieser Workshopreihe ist zweigeteilt: vormittags gibt es Raum für theoretische Beiträge und deren Diskussion. Am Nachmittag ist Gelegenheit zum Sprechen und Hören aus der konkreten Arbeit im Rahmen einer Intervision/Supervision.

PROGRAMM

10 Uhr Begrüßung

10:20 Uhr / Indré Wegner

Aufführungen des Unbewussten 

Wie könnte Gewalt gegen Eltern gedeutet werden? Als Agieren hat Gewalttätigkeit in der szenischen Darstellung symbolischen Gehalt (vgl. Freud 1912; 1914; 1939), während sie als passage á l'acte einen Kipp-Punkt ins Reale beschreibt (vgl. Lacan1962-1963) Wo und wie ist sie im Generationenverhältnis zu situieren? Wie damit umgehen? Welche Ver-antwort-ung liegt in diesem Kontext bei den Eltern, den Älteren?

(ca. 10 Minuten Pause)

11:10 Uhr / Susanne Hübner

Wie den analytischen Rahmen halten als Teil der Szene?

Wie ein analytisches Begehren an/in der sozialpädagogischen Arbeit aufrecht erhalten, die der analytischen Enthaltsamkeit im strengen Sinne entbehrt? Wir sind ständig inmitten des Geschehens involviert; oft in Situationen akuter Not, die unmittelbares Handeln erfordern.  Es bedarf eines Minimalkonzepts analytischer Ethik, eines - im wörtlichen Sinne - Passepartouts, (franz. "etwas das überall durchgeht"), damit sich der "andere Schauplatz" (Freud) nicht verschließt und zugleich einsäumen lässt. Darüber möchte ich nachdenken.

(ca. 10 Minuten Pause)

12:00 Uhr / May Ament

EinFall Szene III

"Keine Theorie kann sich entwickeln, ohne auf eine Mauer zu stossen, welche nur von der Praxis durchstossen werden kann..." (Deleuze 1974, Seite 106 f.)

12:40 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr Intervision

16:00 Uhr Abschlussrunde

Samstag, 10. Oktober, 10:00 - 16:30

Leitung: May Ament, Susanne Hübner und Indrė Wegner

Beitrag: 20 Euro (+ ggf. 20 Euro an Supervisior/in)

Anmeldung: su@huebner-psychoanalyse.de

Für Auswärtige ist auf Anfrage eine Teilnahme via Zoom möglich.