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Surrealismus und Psychoanalyse

Samstag, 9. April,12:00 - 14:00

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Leitung: Ioanna Kostopoulou
Nächster Termin: Samstag, 09. April 12:00 bis 14:00 Uhr, via Zoom
monatlich per zoom

Weitere Termine werden noch über Facebook und die Website bekannt gegeben (Einstieg jederzeit möglich)
Sprache: Deutsch/Englisch

Im Ersten Manifest des Surrealismus (1924) dokumentiert André Breton seine Begegnung mit den „Untersuchungsmethoden“ Sigmund Freuds. Er nimmt so einen Schlüsselmoment der Bewegung auf, in dem für ein bestimmtes Verständnis der Psychoanalyse in seiner Notwendigkeit entschieden wird.

Im Zuge dieses fließenden Monologs avanciert die écriture automatique zu einer der bevorzugten literarischen Techniken gegen jegliche Zensur und etablierte bürgerliche Ästhetik „voller Verachtung für das, was dabei literarisch herauskommen würde“. Als Begründer einer Anti-Literatur – in ihrem Selbstverständnis in der Genealogie der poètes maudits – und ohne die Versicherung einer religiösen Erleuchtung (Benjamin) werfen die Surrealisten Fragen zu psychischen Aspekten des Automatismus – auch im Sinne Pierre Janets – und der damit verbundenen Sprachlichkeit auf. Wortspiele wie Louis Aragons Palindrom „Erutarettil“ verweisen auf eine konzeptuelle Intervention in den Bedingungen der sur-réalité, die an Jacques Lacans spätere Wortschöpfung „Lituraterre“ im Rahmen seiner Überlegungen zum Anschein [semblance] erinnern. Obwohl sich Lacan nach seiner anfänglichen Beteiligung am surrealistischen Periodikum Minotaure von der Bewegung entfernt hatte und nicht für ein Mitglied des Surrealistenkreises gehalten werden wollte, stellt sich die Frage, inwiefern spätere Texte und Konzepte wie die des Realen sich anbieten, um den Surrealismus mit Begriffen der Lacanschen Psychoanalyse zu verstehen – als einen Rest, der vom Diskurs der Universität vielleicht doch verschont blieb.

Im Rahmen dieser AG sollen Schnittstellen und Affinitäten wie auch Divergenzen zwischen Surrealismus und Psychoanalyse aufgesucht werden. Neben Textauszügen aus Werken Freuds und Lacans werden u.a. Texte gelesen von: Otto Rank, Walter Benjamin, André Breton, Louis Aragon, René Crevel, Andreas Embirikos, Julia Kristeva.

Teilnahme: 5€ pro Sitzung

 

Details

Datum:
Samstag, 9. April,
Zeit:
12:00 - 14:00
Veranstaltungskategorie:

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