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Lust an der Grenze

Samstag, 2. Oktober,17:00 - 19:00

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Phantastische Konstruktionen der Einmauerung und des Ausgeschlossenseins
Ein öffentliches Seminar der Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin
Leitung: Claus-Dieter Rath

Liebe Teilnehmer und Interessenten,
die nächste Sitzung dieses Seminars findet am nur via ZOOM, diesmal wegen technischer Probleme bei der Vorbereitung einer „Hybrid“-
Veranstaltung (d.h. physische Präsenz einiger Teilnehmer in der Berliner PsyBi unter Einbezug
Samstag, 2. Oktober 2021 statt.
Noch einmal der auswärtigen Teilnehmer via Telekonferenz, bspw. Zoom) Wer teilnehmen möchte, melde sich per E-Mail an Seminar-RathCD@t-online.de
Sie erhalten wenige Tage vorher eine Einladung mit einem Teilnahmecode.
Die Veranstaltung beginnt 17.15h. Sie können sich aber schon ab 17.00h einklinken.
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Samstag, 2. Oktober 2021 (17.15h – 19h):
Georgette Schosseler-Prum (Berlin): innen/außen – Grenzverläufe in der psychischen Topologie bei Freud und bei Lacan
Einleitung v. Claus-D. Rath (Berlin): Studieren wir die Grenze auch als Verbindende, also den Grenzverkehr zwischen den “Reiche[n], Gebiete[n], Provinzen, in die wir den Seelenapparat der Person zerlegen” (Freud: Die Zerlegung der psychischen Persönlichkeit, GW XV, S. 79).
“Normalerweise ist uns nichts gesicherter als das Gefühl unseres Selbst, unseres eigenen Ichs. Dies Ich erscheint uns selbständig, einheitlich, gegen alles andere gut abgesetzt. Dass dieser Anschein ein Trug ist, dass das Ich sich vielmehr nach innen ohne scharfe Grenze in ein unbewusst seelisches Wesen fortsetzt, das wir als Es bezeichnen, dem es gleichsam als Fassade dient, das hat uns erst die psychoanalytische Forschung gelehrt, die uns noch viele Auskünfte über das Verhältnis des Ichs zum Es schuldet. […]
Die Pathologie lehrt uns eine große Anzahl von Zuständen kennen, in denen die Abgrenzung des Ichs gegen die Außenwelt unsicher wird, oder die Grenzen wirklich unrichtig gezogen werden; Fälle, in denen uns Teile des eigenen Körpers, ja Stücke des eigenen Seelenlebens, Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle wie fremd und dem Ich nicht zugehörig erscheinen, andere, in denen man der Außenwelt zuschiebt, was offenbar im Ich entstanden ist und von ihm anerkannt werden sollte. Also ist auch das Ichgefühl Störungen unterworfen und die Ichgrenzen sind nicht beständig.”
Freud (1929): Das Unbehagen in der Kultur, GW XIV, S. 423f.
„Die Idee, von der Freud im Entwurf Zeugnis ablegt, besteht darin, dies [das Erinnern u.a.] durch ein Netzwerk darzustellen, und vielleicht hat eben das mich [Lacan] dazu veranlasst, dem eine neue, strengere Form zu geben, indem ich etwas daraus machte, das sich verkettet, anstatt sich nur einfach zu verflechten.“
Lacan im Seminar XXIII: Das Sinthom 1975/76 (S. 146 Vlg. Turia+Kant)

Literatur:
Sigmund Freud (1923b): Das Ich und das Es (bes. Kap. 2). GW 13, S. 237-289; StA 3, S. 282-325. Sigmund Freud (1930a [1929]): Das Unbehagen in der Kultur (bes. Kap. 1). GW 14, S. 419-506; StA 9, S. 197-270.
Sigmund Freud (1932): 31. Vorlesung: Die Zerlegung der psychischen Persönlichkeit. GW 15, S. 62-85, StA 1, S. 496-516
Jacques Lacan: Lituraterre. In: Seminaire XVIII «D’un discours qui ne serait pas du semblant», Kap. VII (12 Mai 1971). Vgl. a. Autres Écrits, bes. S. 14

Hinweis: Samstag 9. Oktober (17-19h) u. Sonntag 10. Oktober (11h-14h) via ZOOM (und – ausschließlich für die Vortragenden – in der PsyBi)

Öffentliches Vortragswochenende der FLG-Mitglieder
Jeweils 20 min. Diskussion von Ideenskizzen und Vortrags-Entwürfen zum Kongress Ödipus und die postödipale Kultur in der Erfahrung der Psychoanalyse (Hommage an Moustapha Safouan) der FLG am 3.-5. Dezember 2021 (s.u. & www.Freud-Lacan-Berlin.de).
Martine Gardeux, Claudia Lemke, Stephanie von Hayek, Claus-Dieter Rath, Georgette Schosseler-Prum, Bernhard Schwaiger, Miroslav Stasinski, Thomas Vogt (hier in alphabetischer Reihenfolge)
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Die Teilnehmer dieses Seminars erkunden die Funktion von Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen, wie sie sich in der psychoanalytischen und politischen Erfahrung darstellen.
Dazu gehören folgende Fragen: Wenn heute allenthalben Grenz-Spektakel inszeniert werden, vermag die Psychoanalyse das darin wirkende Begehren und Aufbegehren zu erhellen und Zusammenhänge etwa mit Problematiken des Körper-Ichs und der Besetzung erogener Randzonen zu erkennen? Wie funktioniert psychisch das Abgrenzen, Ausgrenzen und Eingrenzen, Isolieren, Eindämmen in Neurose, Psychose, Perversion? Und wie das Umschlagen von Lust/Unlust und Schmerz? Von Bindung und Entbindung? Was bewirken die unterschiedlichen Formen der Verwerfung? Wie kann – “Lust an der Grenze” – plaisir die überbordende jouissance eindämmen?
Gelingt es uns, Beziehungen darzustellen zwischen der psychischen Organisation und
– dem propagandistischen Schreckensbild offener Grenzen, in deren Folge die einheimische
Bevölkerung und ihre Kultur in einer Migrantenflut umkommen sollen,
– subjektiven und kollektiven Identifizierungszwängen, den Politiken der Andersartigkeit, dem
Beschwören einer besonderen Gruppen-Identität und einer diffusen Sehnsucht nach Souveränität,
– Globalisierungsangst, Entgrenzungssehnsucht und die Wirksamkeit von Befreiungsversprechen, die
zur Einschließung in Kommunikations- und Zeichensysteme verführen,
– der Faszination am Niederreißen von Grenzen oder an (kalkulierten, provokativen, kopflosen) Grenzüberschreitungen,
– der Koexistenz von Gefühlsrohheit und höchster Sensibilität im Narzissmus der kleinen Differenzen, – der Aufhebung von Grenzkontrollen oder deren Wiedereinführung (auch bezüglich sprachlicher und sittlicher Korrektheit oder ästhetischer und ökologischer Richtwerte und Normen)?
Wie werden diese Prozesse in kollektiven und individuellen Mythen transportiert? Welche Rolle spielen dabei Sprache, Topologie (mit ihren Schranken und Knotungen) und Sexualität?

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Die weiteren Samstagstermine (immer 17-19h, alle via ZOOM, evtl. hybrid) sind voraussichtlich 6. November:
Hinweis: 3.-5. Dezember: Kongress der Freud-Lacan-Gesellschaft: Ödipus und die postödipale Kultur in der Erfahrung der Psychoanalyse. (Hommage an Moustapha Safouan) (via Zoom; Anmeldung: freud-lacan-berlin.de)
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Wer nicht Mitglied der Freud-Lacan-Gesellschaft (FLG) ist, bezahlt .
Hier die :
IBAN: DE67 1004 0000 0572 7128 00
BIC: COBADEFFXX (Commerzbank Berlin).
Freud-Lacan-Gesellschaft (www.freud-lacan-berlin.de; auch in facebook)
Das aktuelle Programm auf der Internetseite unter “Arbeitsgruppen & Seminare”
Kontakt: Claus-Dieter Rath, Niebuhrstr. 77, 10629 Berlin Mann über Bord. Ränder und Grenzen des Geschlechtlichen
Beiträge u.a. von Claus-D. Rath (Berlin) Teilnahmegebühr:
10€ pro Sitzung (Studenten u. Arbeitslose 5€)
Bankverbindung der FLG (neue Seminar-Mailadresse: Seminar-RathCD@t-online.de)

Details

Datum:
Samstag, 2. Oktober,
Zeit:
17:00 - 19:00
Veranstaltungskategorien:
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