Es soll eine Art Reise mit, über und jenseits Lacans Opus „Meine Lehre“ werden. Dabei sollen auffällige und unauffällige Referenzen untersucht werden, um diesen dichten Text zu entfalten. Wir haben eine neue, unveröffentlichte Übersetzung erarbeitet, da uns die offizielle und publizierte als fehlerhaft scheint. Alle Teilnehmende des Seminars werden diese neue Übersetzung zugeschickt bekommen.
Wir werden keine groben Vereinfachungen vornehmen, dennoch richtet sich das Seminar nicht an Lacan-Spezialisten, sondern an alle, die sich für seine Texte und Lehre interessieren. Die Teilnahme setzt keine Vorkenntnisse im Französischen voraus. Einzige Voraussetzung: mehr wissen wollen.
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Lacan hat uns gelehrt: Jede Fehlleistung ist ein Erfolg. Nehmen wir diesen Satz ernst. Daher schlage ich Ihnen für diesen Herbst vor, direkt zur zweiten Konferenz „Meine Lehre, ihr Wesen und ihre Ziele“ (Seite 30) in meiner Übersetzung überzugehen. Sie führt uns letztlich, und eigentlich besser, zum Ende der sehr dichten ersten Konferenz hin.
Wir werden uns mit Scheiße beschäftigen, anhand von Lacans Gleichung: „Große Zivilisation = Rohre und Abwasserkanäle“, sowie mit den Themen Natur, Kultur, Verdrängung, Geschichte, Logik und Struktur, und wie sich all dies miteinander artikulieren lässt.
Bibliographie:
-Huxley, Aldous: Adonis and the Alphabet: And Other Essays, 1956;
-Bossuet, Jacques Bénigne: Discours sur l‘histoire universelle, 1681;
-Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: Die Vernunft in der Geschichte, 1837;
-Lévi-Strauss, Claude: Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft, Suhrkamp, 2018.