Programm:
10.00 - 13.00 Uhr: Arbeit an einer analytischen Situation (nur vor Ort)
Ein Analytiker erklärt sich bereit, vor einem Kollegium über eine Situation aus seiner Praxis zu sprechen, die mehr Fragen und Zweifel aufwirft als üblich. Die Übung besteht im Verzicht auf eine vorbereitete Darstellung: es wird assoziativ gesprochen, um einen aufschlussreichen Überraschungs effekt zu ermöglichen.
15.00 - 17.30 Uhr: Die Diskussion ist eröffnet (vor Ort und via Zoom)
Als Lacan diesen Signifikanten in der Zeitschrift Silicet (Nr. 1, 1968, Hrsg. Le Seuil) einführt, verweist er auf ein Arbeitsverfahren, das „auf das Persönliche in der Praxis" zielt. Dieses Dispositiv sieht vor, dass eine Person die Funktion eines „Lotsen" übernimmt, um bestimmte Grenzen zu setzen. Wie lassen sich Grenzüberschreitungen, etwa zu persönlichen Andeutungen, vermeiden, ohne die Einfälle übermäßig einzuschränken? Ein weiterer Diskussionsvorschlag betrifft die Wirkung einer Verschiebung der Übertragungsfelder, die neue, verschobene Äußerungen (énonciations) ermöglicht.
Worum handelt es sich?
Lacan hat immer darauf geachtet, auf welche Art und Weise die klinische Erfahrung weitervermittelt werden konnte. Er wollte herausfinden, was eine Veränderung in der subjektiven Position der in einer Kur Beteiligten ermöglicht hatte. „Le trait du cas“ („Das Eigene des Falles“) ist eine Formulierung Lacans. Der „Fall“ ist hier weder der Patient noch der Analytiker, sondern eine Fiktion. Claude Dumézil hat sich diese Perspektive angeeignet und mit Bernard Brémond und anderen Kollegen, ein Arbeitsverfahren entwickelt, das Psychoanalytiker zusammenkommen lässt, um jeweils ein Element oder Fragment ihrer Praxis vorzutragen. (Dolorès Frau-Frérot)
Um mehr über „Le Trait du Cas – Das Eigene des Falles“ zu erfahren, finden Sie anbei einen deutsch-französischen Text, der von Dolores Frau-Frérot anlässlich der ersten Tagung im Jahr 2022 verfasst und von Claus-Dieter Rath übersetzt wurde: PDF.