Lektüre-Seminar mit Itzhak Benyamini zu seinem Ende 2025 in deutscher Übersetzung erschienenen Buch.
Wir werden auf Deutsch sowie auf Hebräisch (mit israelischen Teilnehmer:innen) sein Buch lesen und diskutieren – und dazu immer auch Freuds Der Mann Moses und die monotheistische Religion heranziehen. Ausgehend von Lacans Seminar VII, Die Ethik der Psychoanalyse, rekonstruiert der israelische Philosoph Itzhak Benyamini, wie Lacan aus Freuds Konzept des Monotheismus eine neue psychoanalytische Ethik entwickelt, in deren Zentrum der Begriff des Realen steht. Dass Moses zwei verschiedenen Göttern begegnet, dem Gott der universellen Vernunft und dem Gott des Zorns, schreibt sich in das Judentum ein. Diese unheimliche Spannung existierte auch in Freuds eigener Psyche (Doppelkomplex „Moses gegen Moses“ und „Freud gegen Freud“).
Dieses Seminar ist der Beginn einer Reihe von psychopolitischen Seminaren mit Benyamini mit dem Titel „Angst und Subjektivität im Feld von Klinik und Politik”, die zweimal jährlich in Berlin stattfinden werden: im Februar und im Juli (SA/SO 4./5. Juli 2026).
Dr. Itzhak Benyamini lehrt an der Universität Tel Aviv sowie an der Bezalel-Akademie der Künste in Jerusalem (gegr. 1906). Er ist zudem Leiter des Resling-Verlages. Er schrieb u.a. folgende Bücher:
- Die israelische Angst. Psychopolitische Analysen der Ära Netanyahu -Drei Essays (2024)
- Lacan and the Biblical Ethics of Psychoanalysis (2023)
- A Critical Theology of Genesis: The Non-Absolute God (Radical Theologies and Philosophies) (2016)
- Mein (sanitärer) Kampf. Psychoanalytische Reflexionen über den sanitären Diskurs in Adolf Hitlers „Mein Kampf“ (2015)
- Narzisstischer Universalismus: Eine psychoanalytische Untersuchung der Paulusbriefe mit Freud und Lacan (2013)

Foto Freud's Porträt: © Library of Congress (LoC) in Washington - Standbild aus den Filmen von Marie Bonaparte 1938/1939

Foto Freud mit der Zeitung: Freud war am 5. Juni 1938 (Freud: „Von zehn a.m. bis zehn p.m.“; präziser: 11-21 Uhr) in Paris im Garten von Marie Bonaparte während Freuds Flucht von Wien über Paris nach London – © Library of Congress (LoC) in Washington - Standbild aus den Filmen von Marie Bonaparte 1938/1939