Diese Veranstaltung basiert auf einer Abschlussarbeit für das Studienfach Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität. Obwohl man aufgrund der langen Geschichte der Psychoanalyse in der Film- und Literaturtheorie meinen könnte, dass sich dieselbe Vertrautheit auf das Internet übertragen ließe, ist das tatsächlich nicht der Fall. Nur zwei Autoren haben sich grundsätzlich damit beschäftigt, und zwar in einer Art, die überhaupt einen Dialog zwischen den beiden Analysen ermöglicht: Matthew Flisfeder mit seinem Buch "Algorithmic Desire: Toward a New Structuralist Theory of Social Media" und Jodi Dean mit ihrem Buch "Blog Theory: Feedback and Capture in the Circuits of Drive". Was sich als Zentrum des Dialogs herausstellt, ist nicht das Internet per se, sondern die Frage, wie man die žižekianische These vom „Verfall der symbolischen Effizienz“ (des nachlassenden Einflusses der Meister-Signifikanten) hinsichtlich der heutigen Gesellschaft liest. Dieser Vortrag soll einen Überblick über den Stand des heutigen psychoanalytisch-medienwissenschaftlichen Diskurses bieten, hoffentlich auch eine Diskussion mit den Teilnehmenden über den Überblick selbst, und am Schluss eine kurze Wiederholung der Pointen des letzten Vortrags „Ära der Jouissance“, die als eine Antwort oder Weiterführung des Themas dienen soll.

Dienstag, 2. Juni, 20:00

Ein Vortrag von Ivar Maštruko

Moderation: Mai Wegener