Liebe Freundinnen und Freunde der Psychoanalytischen Bibliothek Berlin,

hier der Überblick über unsere Veranstaltungen im November mit einen Ausblick auf Anfang Dezember.

Bitte beachten Sie diese Verschiebung: Für den 1. November war die folgende Veranstaltung geplant:

Blickfänger: Gerhard Richter, Betty
Insa Härtel und Karl-Josef Pazzini im Gespräch

Aufgrund von unvorhersehbaren Terminschwierigkeiten kann diese Veranstaltung leider jetzt nicht stattfinden. Sie wird Anfang kommenden Jahres neu terminiert.

Mit herzlichen Grüßen
Rolf Nemitz
Psychoanalytische Bibliothek Berlin

P.S.: Unsere Website wird zur Zeit umgebaut, ab Mitte nächster Woche dürfte sie wieder zugänglich sein.

 

Einzelveranstaltungen in der Psychoanalytischen Bibliothek

Vortrag
Michael Friedman
Jenseits der Sprache? Die Topologie Lacans und Heideggers
Moderation: Michaela Wünsch
Freitag, 17. November, 19 Uhr

Lacans Konzept der Topologie hat sich im Laufe der Jahre seiner Lehre verändert und entwickelt – sei es dass er definierte Objekte wie die Klein’schen Flasche oder dem Möbiusband behandelt hat oder flüchtigere wie die Variationen der Borromäischen Knotens. Gleichwohl weist die Topologie in Lacans Lehre auf die grundlegende Unmöglichkeit im Verhältnis des Subjekts zur Sprache. Wenn man Heideggers Verständnis von Sprache dazu ins Verhältnis setzt, kann man eine fundamentale Differenz erkennen: obwohl Heidegger nicht explizit den Begriff „Topologie“ benutzt, findet sich ein abgeschwächtes topologisches Verständnis der Sprache in Heideggers Schriften, das dadurch impliziert wird, dass Sprache DIE Ebene der Entbergung der Strukturen des Seins ist.

 

Arbeitsgruppe
Sandrine Aumercier, Katrin Becker, Marcus Coelen, Frank Grohmann, Karl-Josef Pazzini
Arbeitsgruppe zu einer Offenen Sprechstunde in der Psychoanalytischen Bibliothek
Freitag, 24. November, 19 Uhr

Die Psychoanalytische Bibliothek ist ein Ort für Forschung und Praxis, und einige Mitglieder werden verstärkt offene Gesprächsmöglichkeiten für jeden in der Stadt anbieten (ab Anfang 2018).
Etwa für den Fall, dass jemand den Wunsch hat, sich über Psychoanalyse zu informieren; einen quälenden Gedanken auszusprechen; ein drängendes Problem zu formulieren; sich mit dem Gedanken trägt, eine Analyse zu beginnen; Flucht, Vertreibung, Immigration zu schaffen machen; wenn jemand Stimmen hört oder Stimmen hören will; wenn jemand Neonazi aus Marzahn ist; an Vorurteilen leidenschaftlich hängt; jemand in oder am eigenen Umfeld ein Unbehagen verspürt; an einer tiefen, schmerzhaften und unüberwindlichen Einsamkeit leidet; wenn eigene Handlungen und Interaktionen unerklärlich geworden sind.
Ganz selbstlos ist das Angebot nicht: Denn ohne die Bekanntschaft mit dem Unerhörten, dem nicht Artikulierbaren, mit existentiellen Konflikten existiert Psychoanalyse nicht. Sie braucht eine Berührungsfläche zur Stadt und den in ihr auftauchenden Fragen. Wir brauchen also Gespräche.
Wir müssen uns aber auch darauf vorbereiten: Welche Modelle gibt es oder gab es, was könnte das für die Arbeit in der Psychoanalyse und ganz konkret in der Psychoanalytischen Bibliothek heißen?
Deshalb werden wir uns in einer Arbeitsgruppe treffen. Alle Interessenten sind dazu herzlich eingeladen.

 

Diskussion
Alejandra Barron, Karl Josef Pazzini, Frank Pilgram, Edith Seifert
Neosexualität – Gibt es neue Sexualitäten in der Klinik der Psychoanalyse?
Moderation: Michael Meyer zum Wischen
Freitag, 1. Dezember, 20 Uhr

Der von Volkmar Sigusch geprägte Begriff der Neosexualität erfasst eine große Bandbreite neuer sexueller Praktiken, sowohl im Bereich der Ökonomie der Lust, als auch hinsichtlich der Intersubjektivität sexueller Begegnungen.
Geht es hier um kategorial neue Formen der Sexualität und was unterscheidet sie von früheren Formen, denen sich die psychoanalytische Forschung seit Freud gewidmet hat? Was lehrt uns hierzu die aktuelle psychoanalytische Klinik? Gibt es psychoanalytische Konzepte, die einer veränderten Sexualität Rechnung tragen? Ich denke an das sexuelle Sinthom bei Geneviève Morel. Gibt es Bezüge zur Kunst und zu veränderten gesellschaftlichen Koordinaten?
Wir möchten darüber sprechen, wie wir als Kliniker mit den neu erscheinenden Formen von Sexualität umgehen, was wir zu hören bekommen und vielleicht auch nicht hören wollen. Diskutieren werden wir untereinander und mit Ihnen.

 

Diese Veranstaltungsreihen in der PsyBi laufen im November weiter:

Lektüregruppe zu Lacans Seminar VIII, Die Übertragung, dienstags, 31. Oktober, 14. und 28. November, 19 Uhr

Lektüreseminar zur Jacques Lacan, Die Aggressivität in der Psychoanalyse, 7. November, 19:30 Uhr

Lektüreseminar zu Lacans Aufsatz L’étourdit, 16. November, 19 Uhr

Klinisches Seminar, Sonnabend, 18. November, 15–17 Uhr

Sublimierung, Gewalt und die politische Kraft der Paranoia, Sonnabend, 18. November, 17–19 Uhr

Lektüregruppe zum Objekt a, Mittwoch, 29. November, 19:30 Uhr

 

Aus der Arbeit unserer Mitglieder und Freunde

Gerade veröffentlicht

Marcus Coelen: Der Trieb Salome. In: Astrid Deuber-Mankowsky und Anna Tuschling (Hg.): Conatus und Lebensnot: Schlüsselbegriffe der Medienanthropologie. Turia und Kant, Wien u.a. 2017, S. 247–268, mehr hier

Rolf Nemitz: Übersetzung von: Erik Porge, „Schnitt und Wiederkehr als Grundlagen der psychoanalytischen Klinik“. In: Lacan entziffern, 14. September 2017, hier

—: Die elf Probleme der Lacanianer. In: Lacan entziffern, 15. September 2017, hier

—: Lacans Seminarmedien. Notiz zu Kittler. In: Lacan entziffern, 17. Oktober 2017, hier

— zus. m. Florentin Will: Lacast, Episode 11: Workout: Existence is pain. In: Lacast, 19. Oktober 2017, hier

Mai Wegener: Beitrag in de Interviewsammlung von Marie Luise Angerer, Zum Verhältnis von Psychoanalyseund Medientheorie „Geister werden Teil der Zukunft sein“. In: Zeitschrift für Medienwissenschaft, Heft 17. 9. Jg. (2/2017), Psychische Apparate, S.114–116, mehr hier

—: Buchbesprechung von Johann Georg Reicheneder, „Freuds Traum von einer neuen Wissenschaft. Chemie und Bakteriologie im Traum von Irmas Injektion“. In: RISS. Zeitschrift für Psychoanalyse, Heft 86 (2017/2), BE-HAND-LUNG, mehr hier

 

Vorträge und Seminare im nächsten Monat

Mai Wegener: Jacques Lacans Theorie des Unbewussten. Wöchentliches Seminar an der TU Berlin, mittwochs 16–18 Uhr, mehr hier

Mai Wegener, Psychoanalytischer Salon, als Veranstalter für: Bernhard Schwaiger: Zwischen Fantasma und Begehren: Die Faszination. Vortrag am 20. November, 20:15 Uhr, Fundus-Buchhandlung in der Knesebeckstraße 20, mehr hier

 

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Psychoanalytische Bibliothek Berlin –
Ort für Forschung und Praxis nach Freud und Lacan e.V.
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