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SUMMARY:«Meine Mutter hat mir eine Vokabel aus dem Dialekt hinterlassen»  Ein Vortrag von Till Kathmann (Psychoanalytiker) zu Elena Ferrantes „Frantumaglia“
DESCRIPTION:„Die Frantumaglia ist ein unsicheres Terrain\, übersät von einer endlosen Masse fließender oder schwebender Trümmer\, die sich dem Ich als seine einzige\, wahre Innerlichkeit offenbaren. Frantumaglia ist auch das treffende Wort für etwas\, was ich meine als Kind (…) gesehen zu haben\, kurz bevor die Sprache mich erreichte.'“ \nElena Ferrante\, Frantumaglia \n\nElena Ferrante\, bekannt durch die neapolitanische Tetralogie\, gibt mit Frantumaglia einen Einblick in ihre Schreibwerkstatt. Dieser zentrale Begriff ihrer Poetologie beschreibt ein Leiden\, das undefinierbar ist. Elenas Mutter verwendete ihn\, wenn sie sich durch „widersprüchliche Eindrücke bedrängt und innerlich zerrissen fühlte.“ Das Wort\, das die Mutter an ihre Tochter weitergab\, verstand diese jedoch nicht. Sie versuchte deshalb\, „sich einen Reim“ darauf zu machen. Dies kann sowohl als Ubertragung als auch als Entzifferungsversuch einer rätselhaften Botschaft verstanden werden. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen\, ob die Frantumaglia mit dem Gesetz der Mutter zusammengedacht werden kann. Das Gesetz der Mutter bezeichnet der französischen Psychoanalytikerin Geneviève Morel zufolge eine mehrdeutige\, mitunter rätselhafte Sprache der Mutter\, die Gesetzescharakter annehmen kann\, während Kinder diesen versuchen auszudeuten – gelegentlich lebenslang. Gleichzeitig verwurzeln sie damit ihr Begehren im Begehren der Mutter. Dies setzt einen Dialog voraus und ist zugleich darauf verwiesen – ebenso wie der Dialog zwischen Psychoanalyse und Literatur\, den es hier zu eröffnen gilt. \nElena Ferrante: Frantumaglia – Mein geschriebenes Leben. Suhrkamp 2019\, S. 119-210
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