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SUMMARY:Surrealismus und Psychoanalyse
DESCRIPTION:Leitung: Ioanna Kostopoulou\nSamstags 12:00 bis 14.:00 Uhr\, monatlich per Zoom\n-weitere Termine werden noch über Facebook bekannt gegeben\nerster Termin: 02. Oktober 2021\n(Einstieg jeder Zeit möglich) Sprache: Deutsch/Englisch \nAnmeldung: i_kostopoulou@yahoo.gr \nIm Ersten Manifest des Surrealismus (1924) dokumentiert André Breton seine Begegnung mit den „Untersuchungsmethoden“ Sigmund Freuds. Er nimmt so einen Schlüsselmoment der Bewegung auf\, in dem für ein bestimmtes Verständnis der Psychoanalyse in seiner Notwendigkeit entschieden wird.\nIm Zuge dieses fließenden Monologs avanciert die Écriture automatique zu einer der bevorzugten literarischen Techniken gegen jegliche Zensur und etablierte bürgerliche Ästhetik „voller Verachtung für das\, was dabei literarisch herauskommen würde“. Als Begründer einer Anti-Literatur – in ihrem Selbstverständnis in der Genealogie der poètes maudits – und ohne die Versicherung einer religiösen Erleuchtung (Benjamin) werfen die Surrealisten Fragen zu psychischen Aspekten des Automatismus – auch im Sinne Pierre Janets – und der damit verbundenen Sprachlichkeit auf.\nWortspiele wie Louis Aragons Palindrom Erutarettil verweisen auf eine konzeptuelle Intervention in den Bedingungen der sur-réalité\, die an Jacques Lacans spätere Wortschöpfung Lituraterre im Rahmen seiner Überlegungen zum Anschein [semblance] erinnern. Obwohl sich Lacan nach seiner anfänglichen Beteiligung am surrealistischen Periodikum Minotaure von der Bewegung entfernt hatte und nicht für ein Mitglied des Surrealistenkreises gehalten werden wollte\, stellt sich die Frage\, inwiefern spätere Texte und Konzepte wie die des Realen sich anbieten\, um den Surrealismus mit Begriffen der Lacanschen Psychoanalyse zu verstehen – als einen Rest\, der vom Diskurs der Universität vielleicht doch verschont blieb. \nIm Rahmen dieser AG sollen Schnittstellen und Affinitäten wie auch Divergenzen zwischen Surrealismus und Psychoanalyse aufgesucht werden. Neben Textauszügen aus Werken Freuds und Lacans werden u.a. Texte gelesen von: Otto Rank\, Walter Benjamin\, André Breton\, Louis Aragon\, René Crevel\, Andreas Embirikos\, Julia Kristeva.\nTeilnahme: 5€ pro Sitzung
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CATEGORIES:Fortlaufende Seminare
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SUMMARY:Lust an der Grenze
DESCRIPTION:Phantastische Konstruktionen der Einmauerung und des Ausgeschlossenseins\nEin öffentliches Seminar der Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin\nLeitung: Claus-Dieter Rath \nLiebe Teilnehmer und Interessenten\,\ndie nächste Sitzung dieses Seminars findet am nur via ZOOM\, diesmal wegen technischer Probleme bei der Vorbereitung einer „Hybrid“-\nVeranstaltung (d.h. physische Präsenz einiger Teilnehmer in der Berliner PsyBi unter Einbezug\nSamstag\, 2. Oktober 2021 statt.\nNoch einmal der auswärtigen Teilnehmer via Telekonferenz\, bspw. Zoom) Wer teilnehmen möchte\, melde sich per E-Mail an Seminar-RathCD@t-online.de\nSie erhalten wenige Tage vorher eine Einladung mit einem Teilnahmecode.\nDie Veranstaltung beginnt 17.15h. Sie können sich aber schon ab 17.00h einklinken.\n——-\nSamstag\, 2. Oktober 2021 (17.15h – 19h):\nGeorgette Schosseler-Prum (Berlin): innen/außen – Grenzverläufe in der psychischen Topologie bei Freud und bei Lacan\nEinleitung v. Claus-D. Rath (Berlin): Studieren wir die Grenze auch als Verbindende\, also den Grenzverkehr zwischen den „Reiche[n]\, Gebiete[n]\, Provinzen\, in die wir den Seelenapparat der Person zerlegen“ (Freud: Die Zerlegung der psychischen Persönlichkeit\, GW XV\, S. 79).\n„Normalerweise ist uns nichts gesicherter als das Gefühl unseres Selbst\, unseres eigenen Ichs. Dies Ich erscheint uns selbständig\, einheitlich\, gegen alles andere gut abgesetzt. Dass dieser Anschein ein Trug ist\, dass das Ich sich vielmehr nach innen ohne scharfe Grenze in ein unbewusst seelisches Wesen fortsetzt\, das wir als Es bezeichnen\, dem es gleichsam als Fassade dient\, das hat uns erst die psychoanalytische Forschung gelehrt\, die uns noch viele Auskünfte über das Verhältnis des Ichs zum Es schuldet. […]\nDie Pathologie lehrt uns eine große Anzahl von Zuständen kennen\, in denen die Abgrenzung des Ichs gegen die Außenwelt unsicher wird\, oder die Grenzen wirklich unrichtig gezogen werden; Fälle\, in denen uns Teile des eigenen Körpers\, ja Stücke des eigenen Seelenlebens\, Wahrnehmungen\, Gedanken\, Gefühle wie fremd und dem Ich nicht zugehörig erscheinen\, andere\, in denen man der Außenwelt zuschiebt\, was offenbar im Ich entstanden ist und von ihm anerkannt werden sollte. Also ist auch das Ichgefühl Störungen unterworfen und die Ichgrenzen sind nicht beständig.“\nFreud (1929): Das Unbehagen in der Kultur\, GW XIV\, S. 423f.\n„Die Idee\, von der Freud im Entwurf Zeugnis ablegt\, besteht darin\, dies [das Erinnern u.a.] durch ein Netzwerk darzustellen\, und vielleicht hat eben das mich [Lacan] dazu veranlasst\, dem eine neue\, strengere Form zu geben\, indem ich etwas daraus machte\, das sich verkettet\, anstatt sich nur einfach zu verflechten.“\nLacan im Seminar XXIII: Das Sinthom 1975/76 (S. 146 Vlg. Turia+Kant) \nLiteratur:\nSigmund Freud (1923b): Das Ich und das Es (bes. Kap. 2). GW 13\, S. 237-289; StA 3\, S. 282-325. Sigmund Freud (1930a [1929]): Das Unbehagen in der Kultur (bes. Kap. 1). GW 14\, S. 419-506; StA 9\, S. 197-270.\nSigmund Freud (1932): 31. Vorlesung: Die Zerlegung der psychischen Persönlichkeit. GW 15\, S. 62-85\, StA 1\, S. 496-516\nJacques Lacan: Lituraterre. In: Seminaire XVIII «D’un discours qui ne serait pas du semblant»\, Kap. VII (12 Mai 1971). Vgl. a. Autres Écrits\, bes. S. 14 \nHinweis: Samstag 9. Oktober (17-19h) u. Sonntag 10. Oktober (11h-14h) via ZOOM (und – ausschließlich für die Vortragenden – in der PsyBi) \nÖffentliches Vortragswochenende der FLG-Mitglieder\nJeweils 20 min. Diskussion von Ideenskizzen und Vortrags-Entwürfen zum Kongress Ödipus und die postödipale Kultur in der Erfahrung der Psychoanalyse (Hommage an Moustapha Safouan) der FLG am 3.-5. Dezember 2021 (s.u. & www.Freud-Lacan-Berlin.de).\nMartine Gardeux\, Claudia Lemke\, Stephanie von Hayek\, Claus-Dieter Rath\, Georgette Schosseler-Prum\, Bernhard Schwaiger\, Miroslav Stasinski\, Thomas Vogt (hier in alphabetischer Reihenfolge)\n———————————————————————————————————————–\nDie Teilnehmer dieses Seminars erkunden die Funktion von Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen\, wie sie sich in der psychoanalytischen und politischen Erfahrung darstellen.\nDazu gehören folgende Fragen: Wenn heute allenthalben Grenz-Spektakel inszeniert werden\, vermag die Psychoanalyse das darin wirkende Begehren und Aufbegehren zu erhellen und Zusammenhänge etwa mit Problematiken des Körper-Ichs und der Besetzung erogener Randzonen zu erkennen? Wie funktioniert psychisch das Abgrenzen\, Ausgrenzen und Eingrenzen\, Isolieren\, Eindämmen in Neurose\, Psychose\, Perversion? Und wie das Umschlagen von Lust/Unlust und Schmerz? Von Bindung und Entbindung? Was bewirken die unterschiedlichen Formen der Verwerfung? Wie kann – „Lust an der Grenze“ – plaisir die überbordende jouissance eindämmen?\nGelingt es uns\, Beziehungen darzustellen zwischen der psychischen Organisation und\n– dem propagandistischen Schreckensbild offener Grenzen\, in deren Folge die einheimische\nBevölkerung und ihre Kultur in einer Migrantenflut umkommen sollen\,\n– subjektiven und kollektiven Identifizierungszwängen\, den Politiken der Andersartigkeit\, dem\nBeschwören einer besonderen Gruppen-Identität und einer diffusen Sehnsucht nach Souveränität\,\n– Globalisierungsangst\, Entgrenzungssehnsucht und die Wirksamkeit von Befreiungsversprechen\, die\nzur Einschließung in Kommunikations- und Zeichensysteme verführen\,\n– der Faszination am Niederreißen von Grenzen oder an (kalkulierten\, provokativen\, kopflosen) Grenzüberschreitungen\,\n– der Koexistenz von Gefühlsrohheit und höchster Sensibilität im Narzissmus der kleinen Differenzen\, – der Aufhebung von Grenzkontrollen oder deren Wiedereinführung (auch bezüglich sprachlicher und sittlicher Korrektheit oder ästhetischer und ökologischer Richtwerte und Normen)?\nWie werden diese Prozesse in kollektiven und individuellen Mythen transportiert? Welche Rolle spielen dabei Sprache\, Topologie (mit ihren Schranken und Knotungen) und Sexualität? \n—————————————————————————————————————–\nDie weiteren Samstagstermine (immer 17-19h\, alle via ZOOM\, evtl. hybrid) sind voraussichtlich 6. November:\nHinweis: 3.-5. Dezember: Kongress der Freud-Lacan-Gesellschaft: Ödipus und die postödipale Kultur in der Erfahrung der Psychoanalyse. (Hommage an Moustapha Safouan) (via Zoom; Anmeldung: freud-lacan-berlin.de)\n—————————————————————————————————————————– ——\nWer nicht Mitglied der Freud-Lacan-Gesellschaft (FLG) ist\, bezahlt .\nHier die :\nIBAN: DE67 1004 0000 0572 7128 00\nBIC: COBADEFFXX (Commerzbank Berlin).\nFreud-Lacan-Gesellschaft (www.freud-lacan-berlin.de; auch in facebook)\nDas aktuelle Programm auf der Internetseite unter „Arbeitsgruppen & Seminare“\nKontakt: Claus-Dieter Rath\, Niebuhrstr. 77\, 10629 Berlin Mann über Bord. Ränder und Grenzen des Geschlechtlichen\nBeiträge u.a. von Claus-D. Rath (Berlin) Teilnahmegebühr:\n10€ pro Sitzung (Studenten u. Arbeitslose 5€)\nBankverbindung der FLG (neue Seminar-Mailadresse: Seminar-RathCD@t-online.de)
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