Psychoanalytische Bibliothek Berlin - Ort für Forschung und Praxis nach Freud und Lacan e.V.

Leitung: Marcus Coelen, Dominique Janin-Pilz, Margarete Meador, Claire Nioche-Sibony, Karl-Josef Pazzini
Termin:  Freitag 19. Januar, 18-21h.

 
Fortsetzung und Abschluss der im Oktober begonnenen ersten Reihe von Veranstaltungen zu diesem Thema.
Wie ist ein Denken der Psychosen möglich? Wie kann sich ein solches Denken in der therapeutischen Arbeit niederschlagen und diese stützen? Über welche theoretischen und klinischen Mittel kann es verfügen?
            Zwischen 1931 und 1976 hat Lacan eine sich laufend verändernde Konzeption der Psychosen erarbeitet. Wir schlagen für die ersten vier Sitzungen dieses Seminars (Oktober bis Januar) eine chronologische Darstellung der wesentlichen Elemente dieser Konzeption vor:
  1. das „personalistische“ Modell, das Lacan ausgehend von einer Paranoia der Selbstbestrafung in den Strukturen der paranoiden Persönlichkeit 1931 entwickelte;
  2. das Modell der „Komplexe“, das in den Familienkomplexen aus dem Jahr 1938 erarbeitet ist;
  3. das strukturale Modell der „Verwerfung“, das er hauptsächlich im Seminar III. Die Psychosen 1955-1956 entwarf;
  4. schließlich das „borromäische“ Modell, das auf einer Ersatzbildung oder „Vertretung“ des Namen-des-Vaters beruht, so wie es im Seminar von 1975-1976, Le Sinthome, dargelegt ist.
Aufbauend auf diesen metapsychologischen und strukturalen Erörterungen werden wir uns in den folgenden vier Sitzungen (April bis Juli 2017) damit beschäftigen, wie sich der Status des Symptoms in den Psychosen denken lässt und welche Perspektiven für die therapeutische Arbeit daraus erwachsen.
            Sämtliche Sitzung und beide Teile des Seminars stehen jedem Interessierten ohne Vorkenntnisse der behandelten Theorien offen. Es wird dafür Sorge getragen, dass in jeder Sitzung auch exemplarische klinische Fragen erörtert werden können.
 
Literatur:
Jacques Lacan, Die Psychosen. Seminar III, übersetzt von Michael Turnheim, Neuauflage, Wien/Berlin, Turia  und Kant, 2016. [Le séminaire de Jacques Lacan, Livre III, Les psychoses, 1955-1956, Paris, Éditions du Seuil, 1981.]
---, „Über eine Frage, die jeder möglichen Behandlung der Psychose vorausgeht“ (1958). In: Ders.: Schriften II, übersetzt von Hans-Dieter Gondek, Wien/Berlin, Turia und Kant, 2015, S. 9-70. [“D’une question préliminaire à tout traitement possible de la psychose“. In: Écrits, Paris, Éditions du Seuil, 1966, S. 531-582.]
- Weitere Texte werden in Auszügen zur Verfügung gestellt und diskutiert. -
 
Kosten:
40 € / Sitzung für Ärzte, Psychologen, Psychoanalytiker oder andere Berufstätige (inclusive Zertifizierung).
40 € / Semester (vier Sitzungen) für Studenten, Personen in Ausbildung etc. nach persönlicher Vereinbarung
Fort- und Weiterbildung: Die Veranstaltung ist Teil der curriculare Fort- und Weiterbildung in Psychosen-Psychotherapie des Dachverbandes Deutschsprachiger Psychosen-Psychotherapie e.V.; (http://www.ddpp.eu/p-pt-angebote.html)
 
Leitung: Rolf Nemitz (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), Edith Seifert
Monatlich Mittwochs, 19:45 bis 22:15 Uhr.
Nächste Termine: 11. Januar, 1. Februar, 1. März, 5. April

 
Fortsetzung einer Lektüregruppe, die im Mai 2016 begonnen wurde.
Textgrundlage: Jacques Lacan: D’un discours qui ne serait pas du semblant. Le séminaire, livre XVIII. 1971. Hg. v. Jacques-Alain Miller. Seuil, Paris 2007. Eine deutsche Übersetzung findet man auf der Website lacan-entziffern.de.
Bei jedem Treffen wird eine Lacan-Sitzung diskutiert. Einstieg ist jederzeit möglich.

Unkostenbeitrag: 5 €  pro Sitzung
 

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